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Das Gebläsehaus wurde von 1900 bis zu den 1930er Jahren in verschiedenen Abschnitten erbaut, um einer wachsenden Anzahl von Maschinen Platz zu bieten. Lange Zeit liefen in der Halle 6, später dann 10 Gasgebläsemaschinen. An Stelle der Maschine 1 wurde später ein Elektro-Axialgebläse installiert.

Die Gasmotoren wurden mit Gichtgas betrieben, welches im Hochofen als Abgas anfiel. Es ist durch den Kohlenmonoxidgehalt zum einen giftig und zum andern brennbar. Wegen des CO musste es vernichtet werden. Statt es nutzlos zu verbrennen, wurde der Gichtstaub ausgefiltert und das Gas zum Antrieb der Gasmotoren verwandt.

Auf dem nebenstehenden Plan ist schematisch das Gebläsehaus dargestellt, wie es sich heute präsentiert.

Gebläsehaus

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Virtueller Rundgang Kokerei

Gebläsehaus

Das Gebläsehaus
Im Gebläsehaus wurde der Wind erzeugt. Der Hochöfner bezeichnet die Luft, die in den Hochofen eingeblasen wird als Wind. Der Sauerstoff dieser leicht komprimierten Luft diente als Energielieferant für den Schmelzprozess im Hochofen.

Das Gebläsehaus in Außenansicht. Die verschiedenen Bauabschnitte sind an der Gebäudefront gut zu erkennen. Der hochragende Lufteinlass gehört zum Elektrogebläse, dessen Zuluft gefiltert werden musste.

Gebläsemaschinen
Die Gebläsemaschinen sind eindrucksvolle Monumente der Technik des Industriezeitalters. Sie wurden in der Zeit zwischen 1904 und 1917 erbaut. 

Im Hintergrund sieht man die großen Schwungräder und im Vordergrund Teile von ausgebauten Kolbenstangen.

Blick auf die Windkessel
Die Windkessel dienten der Minderung der von den Gebläsen erzeugten Druckstöße.

Sie stellen zugleich die Verbindung zwischen Gebläse und Windleitung dar. 

Die Windkessel aus einer anderen Perspektive
Wenn man genau hinsieht, erkennt man, dass die Kessel genietet sind. 

Je nach Maschine durchströmten zwischen 17.000 und 62.000 Kubikmeter Wind die Kessel pro Stunde. 

Gebläsemaschine
Die Maschine wurde 1908 von Thyssen erbaut. 

Ihr großes Schwungrad macht 75 Umdrehungen pro Minute.

Blick auf die Zwillingstandemmaschine
Diese Maschine dürfte die letzte weltweit erhaltene Großgasmaschine in Zwillingtandembauweise sein. Bei dieser Anordnung teilen sich zwei Maschinen ein Schwungrad. 

Zwillingsmaschine

Die Maschine wurde 1904 von der Firma MAN gebaut. Die Leistung beider Maschinenseiten beträgt jeweils 670 PS/ 500 kW. 

Gemeinsame Schwungrad der Zwillingsmaschine
Blick auf das gemeinsame Schwungrad der Zwillingsmaschine. Es hat einen Durchmesser von 7 m. 

Zwillingsmaschine

Um einen einwandfreien Betrieb zu gewährleisten, mussten die Arbeitstakte beider Maschinen genau aufeinander abgestimmt sein. 

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Im Vordergrund steht das Elektrogebläse, das ebenfalls der Winderzeugung diente (1959 erbaut.
Elektromotor: BBC, Turbogebläse: GHH). 

Elektrogebläse

Das Elektrogebläse hatte - trotz seiner vergleichsweise geringen Größe - eine höhere Leistung als die größten Völklinger Gebläsemaschinen: Es konnte bis zu 80000 Kubikmeter Wind pro Stunde erzeugen.
Im Hintergrund stehen die Gebläsemaschinen 9 und 10. 

Blick auf die Gasgebläsemaschine

Sie und die benachbarte Maschine 10 sind die größten Gebläsemaschinen der Völklinger Hütte: Beide wiegen 700 t und erzeugen 62000 Kubikmeter Wind pro Stunde. Sie wurden 1914/15 bei Thyssen erbaut und liefen zunächst bei BASF, bevor sie 1939/40 in Völklingen in Betrieb genommen wurden. 

Gebläse 9

Ursprünglich waren diese Maschinen noch nicht mit einem Gebläse ausgestattet. Sie arbeiteten als Kraftwerksmaschinen; ihr Schwungrad ist als Generator ausgebildet. Erst 1942 wurden von der Saarbrücker Firma Erhardt & Sehmer die Gebläse nachgerüstet. Ebenso wurde die Steuerung der Maschinen überarbeitet.

Seitenansicht von Gebläsemaschine 

Diese Maschine wird wie alle Maschinen regelmäßig eingeölt und gepflegt, um sie dauerhaft zu konservieren. 

Maschine 10

Die typische Kachelung des Fußbodens stammt noch aus der Erbauungszeit der Halle.